Die 12. Armee, besser bekannt als »Armee Wenck«, war das allerletzte Aufgebot des deutschen Heeres im April 1945. Hinter den irreführenden Bezeichnungen »Armee«, »Korps«, »Divisionen«, »Panzervernichtungs- und Panzerjagdbrigaden«, »Freikorps« usw. verbargen sich Reste zerschlagener Kampftruppen, letzter Offizier- und Unteroffiziernachwuchs, sehr viele Reichsarbeitsdienst-»Einheiten«, Hitlerjugend-»Verbände« und sogar »Magenbataillone« (ausschließlich aus chronisch Magen- und Darmkranken zusammengesetzt!). Zunächst für den Entsatz der im Ruhrgebiet eingeschlossenen Heeresgruppe Model vorgesehen, wurde die Armee Wenck von Adolf Hitler persönlich zum Entsatz von Berlin, der Reichskanzlei und damit der Person des »Führers« befohlen.
Drei Charakteristika kennzeichnen die fast legendäre 12. Armee: Ihre Soldaten waren zum Teil kaum ausgebildet, der größte Teil hatte wohl eine mehr oder weniger gründliche Einzelausbildung, zu einer Verbandsausbildung aber hatte die Zeit bei keinem Truppenteil mehr ausgereicht. Ihre Bewaffnung, Ausrüstung und Versorgung waren unzureichend bis völlig ungenügend. Zum Zweiten verfügte die Armee Wenck vom Armeeoberbefehlshaber bis hinunter in die Ebene der Bataillonskommandeure über fronterfahrene, meist hochdekorierte Offiziere. Und zum Dritten besaßen die Männer dieser Armee eine Kampfmoral, die der deutschen Wehrmacht in ihrer besten Zeit entsprach!
Geb., 264 Seiten, mit zahlr. Abb.
Inhalt
Vorwort des Verlages zur 4. Auflage/Neuausgabe
Einführung
Geleitwort
Geleitwort zur 4. Auflage
Vorbemerkung
Vorbemerkung zur 2. Auflage
Vorbemerkung zur 4. Auflage
Einleitung
Kapitel 1
Die militärische Lage Deutschlands Anfang April 1945 und ihre
Bedeutung für den Einsatz der 12. Armee
Die Oderfront
Im Westen
Bei der Heeresgruppe B im Ruhrkessel
Die Entsatzplüne des OKW für die H.Gr. B und der geplante Einsatz der
rmee Wenck
Kapitel 2
Die Aufstellung der 12. Armee
Das Armee-Oberkommando (AOK)
Die Armee- und Panzerkorps
Das XX. Armeekorps
Das XXXXI. Panzerkorps
Das XXXIX. Panzerkorps
Das XXXXVIII. Panzerkorps
Die Divisionen
Die RAD-Divisionen
Die Infanteriedivision Friedrich Ludwig Jahn
Die Infanteriedivision Theodor Körner
Die Infanteriedivision Ulrich von Hutten
Inhalt
Die Infanteriedivision Scharnhorst
Die Infanteriedivision Schill
Die Infanteriedivision Potsdam
Die anderen Verbände
Die 1. Panzervernichtungsbrigade Hitlerjugend
Das Freikorps Adolf Hitler
Die Fahnenjunkerschule für Pioniere 1 (West)
Die Sturmgeschützbrigade 1170
Die Sturmgeschützbrigade 243
Die Panzerjagdabteilung 3
Das Pionierausbildungsbataillon 834
Die Ausrüstungsprobleme
Die Versorgung der 12. Armee
Kapitel 3
Die Änderung der Einsatzpläne
Kapitel 4
Der Kampf gegen die Amerikaner
An der Elbe
Der Vorstoß der 9. US-Armee zur Elbe
Die Beseitigung des amerikanischen
Brückenkopfes Westerhüsen/Schönebeck
Die Bildung des amerikanischen Brückenkopfes bei Barby
Der Verlust Magdeburgs
Die Abwehrkämpfe der I.D. Scharnhorst an Elbe und Mulde
Der Befehl Eisenhowers, den weiteren Vormarsch auf Berlin einzustellen
In Mitteldeutschland
Die operative Aufgabe des XXXXVIII. Pz.K. und die dafür zur
Verfügung stehenden Kräfte
Die Beurteilung der Lage durch das XXXXVHI. Pz.K. am 11. April 1945
Der Verlust von Halle
Die Kämpfe um das Industriegebiet von Merseburg und Leuna
Der Verlust von Leipzig
Die Kämpfe der I.D. Hutten an der Mulde
Kapitel 5
Die Änderung des operativen Auftrages der 12. Armee und ihr
Einsatz gegen die Sowjets nach deren Durchbruch an der Oder
Die Pläne des OKW/WFStabes zum Entsatz von Berlin und die
Bereitstellung der Truppen für diesen Einsatz
Die Kämpfe der I.D. Hutten um den Brückenkopf Wittenberg
Die Entscheidungen des AOK 12 für die weitere Kampfführung
Der letzte deutsche Angriff
Die Korpsgruppe Potsdam - ihre Aufgabe und der Ausbruch
zur 12. Armee am 29.130. April 1945
Kurze Darstellung der Lageentwicklung beim AOK 9 vom
16. April bis zum Durchbruch zur 12. Armee am 1. Mai 1945
Die Weisungen des WFStabes für die Kampfführung der
Armee Wenck in der Zeit vom 27. bis 30. April 1945
Kapitel 6
Die Entwicklung der Lage auf dem Nordflügel der 12. Armee
Die Kämpfe des XXXIX. Pz.K. im Bereich der Elbe
vom 22. bis 29. April 1945
Die Kämpfe des XXXIX. Pz.K. an der Havel- und Elbefront
von 1. bis 4. Mai 1945
Einsatz und Ende des XXXXI. Pz.K. (Holste) beim geplanten
Entsatz von Berlin
Kapitel 7
Der Rückzug der 12. Armee auf den Elb-Brückenkopf
Das XX. AX.
Das XXXXVIII. P,-.. K.
Kapitel 8
Die Kapitulationsgespräche der 12. deutschen Armee
mit dem AOK der 9. US-Armee am 4. Mai 1945 in Stendal
Allgemeine Vorbemerkung
Die Gespräche
Kapitel 9
Die letzten Kämpfe im Brückenkopf
Kapitel 10
Der Übergang über die Elbe
Der Übergang der Soldaten
Der Übergang der Flüchtlinge
Kapitel 11
Die Auslieferung von Soldaten der 12. Armee durch die
Amerikaner an die Sowjets am 8. Mai 1945
Kapitel 12
Inhalt
Schlußbetrachtung
Die Bewertung der militärischen Operation
Die Verantwortbarkeit des Einsatzes und die Haltung der Soldaten
Das Problem der Auslieferung
Exkurs: Operation Backfire
Anmerkungen
Skizzen
Bildteil
Anhang
Dokumente
Stellenbesetzungen
Gefechtsstände
Abkürzungsverzeichnis
Quellen- und Literaturverzeichnis
Personenregister
Ortsregister
Der Autor
Vorwort des Verlages zur 4. Auflage/Neuausgabe
Wenige Wochen nach Abgabe seines Manuskriptes und der Unterlagen für die geplante 4. Auflage/Neuausgabe seines erfolgreichen ersten militärgeschichtlichen Werkes »Die Armee Wenck - Hitlers letzte Hoffnung« im November 2002 ist Dr. Günther W. Gellermann am 25. Dezember 2002 plötzlich und unerwartet nach kurzer Krankheit in Koblenz gestorben.
Im Jahre 1981 hatte Dr. Gellermann noch während seines Berufslebens mit dieser Arbeit bei Professor Dr. Andreas Hillgruber an der Universität Köln promoviert. 1984 beim Bernard & Graefe Verlag erstmals in Buchform erschienen, regte die »Armee Wenck« Leser immer wieder zu neuen Informationen und Ergänzungen an, die Dr. Gellermann aufnahm und einbaute, so daß die geplante 4. Auflage wegen der zahlreichen und umfangreichen Ergänzungen einer völlig überarbeiteten Neuausgabe gleichkommt. Seine besondere Begabung bestand auch und gerade im Ermitteln und Befragen von Zeitzeugen, im Entdecken und Retten von Unterlagen aus Privatbesitz. Er war ein beharrlicher und erfolgreicher Rechercheur. Dies spiegelt sich in allen seinen Büchern wider.
Dem Bernard & Graefe Verlag ist es eine tief empfundene Verpflichtung gegenüber seinem langjährigen Autor, dessen erstes Buch, das in Neubearbeitung auch sein letztes ist, posthum 60 Jahre nach Kriegsende wieder herauszugeben. Mit Dr. Gellermann nicht mehr besprochen werden konnten nicht unerhebliche Ergänzungen der Stellenbesetzungslisten im Anhang, die Herr Reinhard Teuber, Giesen bei Hildesheim, beisteuern konnte, dem an dieser Stelle vom Verlag herzlich gedankt sei.
Dr. Gellermann hat zum Thema »Armee Wenck« immer nebenher alles an Informationen und Berichten, die ihm zugegangen sind, gesammelt, um es bei Gelegenheit in die nächste Auflage einzuarbeiten. Dies soll sich auch nicht ändern. Der Bernard & Graefe Verlag bittet daher alle Leser, ihr persönliches Wissen, ihr Erleben und entsprechende Materialien zur Verfügung zu stellen, so daß die einmalige Dokumentation zur Geschichte der »Armee Wenck« 1945 nicht nur erhalten, sondern ganz im Sinne Dr. Gellermanns weitergeführt werden kann. Der Bernard & Graefe Verlag widmet diese Neuauflage/Neuausgabe dem bleibenden und ehrenden Andenken an seinen Autor Dr. phil. Günther W. Gellermann (1930-2002).
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Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 24. Oktober 2007 in unseren Katalog aufgenommen.
