Meyer: Kriegsgefangener in Stalingrad

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Ein langer Weg wird es sein
Kriegsgefangener in Stalingrad

Am 7. Mai 1945 wurde der 2. Weltkrieg durch die Unterzeichnung der »bedingungslosen Kapitulation« der deutschen Wehrmacht beendet. Mindestens 2 Millionen Wehrmachtsangehörige gerieten in russische Kriegsgefangenschaft. Weniger als die Hälfte von ihnen kehrte nach Deutschland zurück, und das oft erst nach vielen Jahren. Das Schicksal derer, die die Gefangenschaft nicht überlebt haben, ist in vielen Fällen unaufgeklärt geblieben. Einer, der mit dem Leben davongekommen ist, ist der Autor dieses Buches, Kurt Meyer. Mit 18 Jahren wurde er 1939 zur Wehrmacht eingezogen und nahm 1940 am Frankreichfeldzug teil. Zum Zeitpunkt der Kapitulation befand er sich mit seiner Kompanie in der Nähe der lettischen Hafenstadt Libau, von russischen Streitkräften eingekesselt.

Hier begann der dreijährige Leidensweg als Kriegsgefangener, der geprägt war von »Arbeit und Hunger, Warten und Hoffnung«. Zusammen mit den Angehörigen seiner Kompanie transportierte man Meyer nach Stalingrad, wo die Kriegsgefangenen zum Wiederaufbau der zerstörten Stadt eingesetzt wurden. Meyer schildert nüchtern und ohne Ressentiments die harten Arbeitseinsätze in den eiskalten Wintermonaten, hält Stimmungen und Beobachtungen fest, beschreibt die Trostlosigkeit und Unberechenbarkeit der Situation und die damit verbundene Resignation und Apathie unter vielen Kriegsgefangenen. So manche lebten in der trügerischen Hoffnung, aufgrund ihres Schwächezustands bald in die Heimat zurückgeschickt zu werden. Sie ernährten sich noch schlechter, als es ohnehin schon der Fall war, und setzten sich gerade dadurch einer tödlichen Gefahr aus.

Der Autor selbst hat sicherlich auch überlebt, weil ihn die Hoffnung und der Wille durchzuhalten nie verlassen haben. Nach längerer Krankheit wurde er entlassen und trat den Weg zurück in die Heimat an.

Der Autor über sich:
»Geboren 1921 in Schlesien, war es der Wunsch meines Vaters, in seine Fußtapfen zu treten, die mir in einem großen Textilwerk einen verantwortungsvollen und interessanten Aufstieg in die Zukunft vorzeichneten. Krieg und Gefangenschaft, sowie der Verlust meiner Heimat und der frühe Tod meines Vaters infolge der Kriegsereignisse, ließen all das in Aussicht Gestellte nicht mehr realisierbar erscheinen.
Die bis dahin für »Volk und Vaterland« geleisteten Pflichtjahre veranlaßten mich, auf dieser Schiene mein Bemühen auszurichten. Diese Entscheidung entsprach zwar nicht den Vorstellungen meiner Frau - ich war inzwischen verheiratet - sie bemerkte: »Reicht dir die Vergangenheit noch immer nicht?«
Dennoch blieb der Erfolg nicht aus. Was ich mir am Tage der Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft nicht annähernd hätte träumen lassen, führte zu einem kontinuierlichen Weg in meinem nicht unbekannten Berufsleben nach oben.«

RG-Verlag, 1996. 144 Seiten. Kart.

Meyer: Kriegsgefangener in Stalingrad

Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 18. Januar 2006 in unseren Katalog aufgenommen.

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