Zorner: Nächte im Bomberstrom

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Paul Zorner
Nächte im Bomberstrom
Erinnerungen 1920- 1950
Paul Zorner, am 31. März 1920 im oberschlesischen Leoben geboren, wächst in einer katholisch-konservativen Lehrerfamilie auf, die Rassenhaß und Größenwahn des Nationalsozialismus keinen fruchtbaren Boden bietet. Seinen Traum, Flugzeugführer zu werden, kann er jedoch nur bei der neu entstandenen Luftwaffe verwirklichen. Als er im Herbst 1938 Offiziersanwärter wird, scheint der Frieden in Europa auf Jahre hinaus gesichert — aber knapp ein Jahr später herrscht Krieg.
Der begabte junge Pilot ist bereits mit 19 Jahren Fluglehrer auf mehrmotorigen Maschinen. Als er im März 1941 zu einem Transportverband versetzt wird, kann er schon anderthalbtausend/ Flüge und rund 700 Flugstunden vorweisen. Nun fliegt er zwischen Sizilien und Libyen zur Versorgung von Rommels Afrikakorps und bei einem Geheimkommando zur Unterstützung deutscher Truppen im Irak. Am Südabschnitt der Ostfront erkennt er endgültig, daß Hitler die Deutschen ins Verderben führt, und meldet sich zur Nachtjagd: nur noch im Schutz der wehrlosen Zivilbevölkerung zu hause sieht er einen Sinn seines Fahneneides.

Sein Wechsel der Waffengattung wird zum Schritt in ein völlig, neues Zeitalter der Luftverteidigung. Eingebunden in eine komplexe Infrastruktur aus modernsten Technologien und weit vernetzten Befehlslinien und angewiesen auf perfekte Koordination mit dem zweiten Mann im Cockpit, gleicht das Vernichten feindlicher Angriffskraft eher einer Folge raffinierter Schachzüge als jenem furiosen Gefecht Mann gegen Mann, aus dem sich bis heute der Mythos der Jagdfliegerei. nährt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs hat Paul Zorner 59 Luftsiege erzielt und trägt das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Weil er die Männer nicht im Stich lassen will, die seinem Befehl anvertraut sind, geht er für fünf Jahre in sowjetische Gefangenschaft.

Nach erfolgreichen Jahrzehnten im Management eines großen deutschen Chemiekonzerns lebt der Autor heute im Saarland. Er ist Ehrenbürger der polnischen Stadt Renska Wies in seiner früheren schlesischen Heimat. Für seine Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen wurde er 2006 auf polnische Initiative mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Geb., hochwertige Fadenbindung, 336 S., ca. 125 größtenteils unveröffentlichte Abbildungen

Militärische Auszeichnungen des Autors:
  • Ritterkreuz am 09.06.1944 als Oberleutnant und Staffelkapitän 8./NJG 3
  • 588. Eichenlaub am 17.09.1944 als Hauptmann und Kommandeur III./NJG 5

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Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 27. Februar 2008 in unseren Katalog aufgenommen.

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