Sainte-Mère-Église und Merederet
US-Luftlandeunternehmen, Juni 1944
Sainte-Mère-Église und der nahe Merderet-Bach mit seinem weitläufigen Überschwemmungsgebiet lagen in jener Nacht zum D-Day im Zentrum der amerikanischen Luftlandeunternehmen, die gleichzeitig mit den neunzig Kilometer weiter östlich stattfindenden britischen die große Invasion am 6. Juni 1944 einleiteten. 1.660 Flugzeuge und Lastensegler transportierten 13.000 US-Fallschirmjäger und Infanteristen über den Ärmelkanal und auf die normannische Cotentin-Halbinsel - in einen Landeraum, wie er ungünstiger kaum sein konnte...
Wie für Helmut Konrad von Keusgen üblich, legte er auch diesem äußerst spannenden Bericht über die vielschichtigen Kampfhandlungen jahrelange gewissenhafte Recherchen zugrunde. Die Masse von Zeitzeugenberichten, historischen Dokumenten und umfangreichen Studien vor Ort ermöglichten ihm einmal mehr, Klarheit in eines der interessantesten und bedeutendsten Kapitel der Invasion zu bringen. Wieder einmal räumt von Keusgen mit mehr als sechs Jahrzehnten glorifizierten Helden-Darstellungen auf und beleuchtet statt dessen eine grausame Realität - sowohl humanitär wie militärisch. Er beschreibt auch diese Kampfhandlungen gleichermaßen unparteiisch wie untendenziös und geht dabei weit über den offiziell gesteckten Rahmen des nur fünf Quadratkilometer großen Areals zwischen Ste.-Mère-Église, La Fière und Chef-du-Pont hinaus. Wieder stehen in seiner äußerst spannenden Berichterstattung mit vielen sensationellen Enthüllungen die Schicksale jener Menschen im Vordergrund, die am meisten unter den Kampfhandlungen zu leiden hatten - amerikanische und deutsche Soldaten sowie die französische Bevölkerung.
Der US-Brigadegeneral S.L.A. Marshall sagte über die Kämpfe am Merderet:"La Fière ist wahrscheinlich der blutigste Kampf in den Erfahrungen amerikanischer Waffengänge..."
Für die Amerikaner verlief bei ihrem Angriff fast nichts wie geplant. Dichte Wolkenbänke zerrissen die engen Flugformationen, die Piloten mußten wegen des heftigen deutschen Flak-Feuers ausweichen, in für die Fallschirmjäger zu große Höhen aufsteigen und schneller fliegen, als für zielgenaue Absprünge erforderlich.
Dann standen sich auf der einen Seite deutsche Soldaten einer aus Heer, Luftwaffe und Marine zusamengestellten Division und auf der anderen Seite ortsunkundige, desorientierte und meistens am falschen Platz abgesetzte amerikanische Fallschirmjäger völlig auseinandergerissener Einheiten gegenüber - in einer Landschaft aus dunklen Hohlwegen mit hohen Bäumen und dichten Hecken, weitläufigen Überschwemmungsgebieten und Tausender von den deutschen Soldaten gegen Luftlandeunternehmen in den Boden gerammter Baumstämme. Die Folge waren schwere Verluste auf beiden Seiten...
Geb., , 19 x 25,5 cm, zirka 160 Seiten, 170 Fotos, Pläne & Dokumente
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Diesen Artikel haben wir am Dienstag, 20. Juli 2010 in unseren Katalog aufgenommen.
