Nemitz: Hitlerjungen als Werwölfe

Nemitz: Hitlerjungen als Werwölfe
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Hitlers allerletzte Reserve
Im September 1944 unterschrieb Adolf Hitler den Erlass zur Bildung des Deutschen Volkssturms. Dessen Aufgaben sollten unter anderem Ortsverteidigung, Bau von Panzersperren, Schanzarbeiten an der Front und Wehrmachtseinsatz sein. Nicht nur ältere Jahrgänge wurden einberufen, sondern auch die Sechzehnjährigen, teilweise sogar die Fünfzehnjährigen. Außerdem entstand bei der politischen Führung die Idee des „Werwolfs". Hitlerjungen sollten sich als „Werwölfe" hinter die feindlichen Linien begeben und dort Sabotageakte verüben, also als Partisanen kämpfen. Als im Frühjahr 1945 die Rote Armee in ihrer vorletzten Großoffensive von der Weichsel bis zur Oder vorrückte, trat Werner Nemitz als fünfzehnjähriger Kriegsfreiwilliger Anfang März in das eilig aufgestellte HJ-Alarmbataillon Murswiek ein. An Hand eigener Erfahrungen, Aussagen ehemaliger Kameraden und anderer Zeitzeugen sowie unter Heranziehung historischer Literatur dokumentiert er die Situation der jugendlichen, die im Kampf gegen die Rote Armee eingesetzt wurden.
Inhalt
Vorwort
Vorwort zur zweiten Auflage
H. Himmlers Meinung über die Fünfzehnjährigen als „waffenfähige Männer"
Die militärische Lage im Frühjahr 1945 an der
Oder-Front im Umfeld von Stettin
Der Volkssturm, eine Partei-Armee
Das HJ-Bataillon Murswiek im
Kommando-Bereich von NSDAP und SS
Der Kampfauftrag für die HJ-Kompanien
Rossdeutscher und Stüwe
Der achttägige Rückzug der HJ-Kompanie
Rossdeutscher aus der Randow-Stellung
Der Kampfeinsatz der beiden HJ-Kompanien
Dischler und Thurow am 30.4./1.5.1945
vor Stralsund
Die eigenen Verluste vor Stralsund
Die NKWD-Jagd auf „Werwölfe" in der
Sowjetischen Besatzungszone
Nachwort
Abkürzungsverzeichnis
Anmerkungen

Kart., 102 Seiten mit Abb. und Kart.

Vorwort zur ersten Auflage
Anfang März 1945 trat ich als fünfzehnjähriger Kriegsfreiwilliger in das eilig aufgestellte Stettiner HJ-Alarmbataillon Murswiek ein. 55 Jahre später konnte ich dank mehrerer glücklicher Umstände das Geschehen in unserer von Leutnant Rossdeutscher geführten 3. Kompanie dokumentieren unter dem Titel „Kriegsende eines HJ-Volkssturmsoldaten - Erlebnisbericht und Recherche". Einer Besprechung dieses Buches in der Pommerschen
Zeitung verdanke ich den Kontakt zu weiteren Kameraden unserer Einheit. Mit ihrer Hilfe konnte ich nun auch das Geschehen in den anderen Kompanien unseres HJ-Bataillons dokumentieren, obwohl nicht alle diese Zeitzeugen aussagebereit waren. Zwei ehemalige Kameraden wollten sich zu diesem Thema nie wieder äußern und nicht mehr daran erinnert werden. Sie sind ein Beispiel für das weit verbreitete psychologische Phänomen der Verdrängung. Ich habe das respektiert und ihre Namen in diesem Zusammenhang nicht genannt. Selber bin ich allerdings anderer Meinung. Ich halte das Geschehen in unserem Stettiner HJ-Alarmbataillon für exemplarisch und möchte nicht , dass es wie so vieles andere aus dieser Notzeit für immer in Vergessenheit gerät.
Der Autor

Vorwort zur zweiten Auflage
Der ersten Auflage verdanke ich den Kontakt zu drei weiteren ehemaligen Kameraden unseres Stettiner HJ-Bataillons. Auf diese Weise erfuhr ich erst 2005, dass es auch bei Lüssow in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai 1945 mit einer russischen Vorausabteilung zu einem Gefecht gekommen ist, von dem keine deutsche Verlustliste existiert. Nach zuverlässigen Zeitzeugenberichten hat es dabei nicht nur Verwundete und Gefallene gegeben, sondern einige HJ-Volkssturmsoldaten gerieten damals dort auch in russische Gefangenschaft. Am Rande einer Kiesgrube mussten sich diese 15/16jährigen Hitlerjungen ihr eigenes Grab schaufeln, bevor sie erschossen und verscharrt wurden. Beim Kiesabbau nach dem Krieg wurden deren Gebeine zerstreut, so dass sie vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nicht mehr geborgen und angemessen bestattet werden konnten.
Auch dieses (totgeschwiegene?) Kampfgeschehen von Lüssow sollte nicht für immer in Vergessenheit geraten. Darum diese zweite Auflage.
Der Autor

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Diesen Artikel haben wir am Montag, 06. August 2007 in unseren Katalog aufgenommen.

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