Die Einsätze in der Normandie
Vorwort
Die zweibändige Dokumentation "Tiger im Kampf" hat auf 1000 Seiten das Schicksal aller mit dem Panzerkampfwagen Tiger ausgestatteten Truppenteile nahezu lückenlos dargestellt. Freilich war dies nur möglich in einem knappen Stil in der Art eines Kriegstagebuchs.
Nicht von ungefähr wurde der Wunsch nach deutlich ausführlicheren Berichten laut. Dem wird durch eine Reihe von Truppengeschichten Rechnung getragen (u.a. über die Abteilungen 503, 507, 508, SS-101) und erstmals hier in einer Detailanalyse eines Kampfraumes.
Die 60. Wiederkehr der alliierten Landung in der Normandie im Juni 1944 bietet dazu Anlass. Beim Auswerten der Quellenlage gewinnt man den Eindruck, dass gerade der Panzerkampfwagen Tiger einen gravierenden Einfluss auf die Kampfhandlungen hatte. Britische und kanadische Darstellungen geben darüber beredt Ausdruck, wird in ihnen immer wieder berichtet, wie sehr dieser Panzer Angst und Schrecken verbreitet hat.
Schon das Debut bei Villers-Bocage am 13.06.44 war spektakulär und ist Gegenstand zahlreicher Darstellungen.
Das vorliegende Buch wird Aufschluss darüber geben, inwieweit diese Einschätzungen der Realität entsprechen. Angesichts der drückenden Überlegenheit - besonders aus der Luft - und der letztlich geringen Zahl der Panzer dieses Typs erscheinen Zweifel angebracht zu sein.
Alle Gefechte werden mit Hilfe von Berichten von beiden Seiten analysiert, also der deutschen und der der damaligen Gegner, so dass vergleichende Betrachtungen möglich sind. Im reinen Duell Panzer gegen Panzer allen anderen haushoch überlegen, hatten die Besatzungen jedoch mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen.
Dabei spielten auch Besonderheiten des Geländes eine große Rolle. Aus diesem Grund sind zahlreiche Geländefotos mit aufgenommen worden sowie detaillierte Karten. Der Leser soll dadurch auch ermuntert werden, selbst die Einsatzorte aufzusuchen. Das Buch fungiert also auch als Schlachtfeldführer. Auf diesen Fotos ist jeweils die Blickrichtung bezeichnet (z.B. N = Blick nach Norden); ferner verdeutlicht für jedes Operationsgebiet eine Übersichtskarte die verschiedenen Blickrichtungen sozusagen aus der Vogelperspektive.
Dieser hohe Grad der Detaillierung war nur möglich mit Hilfe kompetenter Historiker, die in den letzten Jahren erfolgreiche Recherchen durchgeführt haben. Besonders zu erwähnen sind Henri Marie, Bruno Renoult, Philippe Wirton, deren Arbeit höchste Anerkennung gebührt. Wesentlich auch mit deren Hilfe war es möglich, das Einzelschicksal und auch den Ausfallort fast aller Panzer zu verifizieren.
Berichte ehemaliger Soldaten wurden bewusst nicht abgeändert und spiegeln daher persönliche Empfindungen und Ansichten wider.
Nicht einfach ist es, an zeitgenössische Fotos zu kommen, da die Bestände in Archiven eher klein sind und fast ausnahmslos bekannt. Von den letzten Einsatzwochen gibt es fast nur Bilder von Panzern, die von den Besatzungen aufgegeben wurden. Auch lässt die Qualität der Bilder zumeist sehr zu wünschen übrig. Die Fotos von der 3. Kompanie der schweren Panzerabteilung 503 in Mailly le Camp und in Paris stellte der ehemalige Angehörige der Abteilung, Herr Gotthold Wunderlich, dankenswerter Weise zur Verfügung.
Außer bei den vorgenannten Personen bedanke ich mich bei Herrn Thorsten Brandt für die Herstellung der Lagekarten, bei meiner Tochter Kristine für die Erstellung des Umschlagbildes sowie bei meiner Familie für ihren Langmut.
Uelzen, Sommer 2004
Inhalt:
Verlegung der Tigerverbände in die Normandie
Das Mysterium Villers Bocage
Die Kämpfe um die Höhe 112
Operation "Epsom"
Operation "Jupiter"
Eintreffen der dritten Tiger-Abteilung
Die Hölle von "Goodwood"
Erfolg der deutschen Abwehrmaßnahmen
Operation "Spring"
Operation "Cobra"
Operation "Bluecoat"
Der Einsatz der 21. Panzerdivision
Der Gegenangriff im Bois du Homme
Das II. SS-Panzerkorps wird herangeführt
Der Einsatz der 9. SS-Panzerdivision "Hohenstaufen"
Einsatz der 10. SS-Panzerdivision "Frundsberg"
Die letzten Kämpfe der schweren Panzerabteilung 503
Operation "Totalize" und Wittmanns letzter Kampf
Einsatz der schweren SS-Panzerabteilung 102 gegen die kanadischen Orne-Brückenköpfe Operation "Tractable" und der Durchbruch auf Falaise
Intermezzo in Chateaudun
Die Front bricht zusammen
Rückzug zur Seine
Neuaufstellung der 1./SS-101 und der 3./503
Angriffe gegen die Seine-Brückenköpfe bei Mantes
Zusammenfassende Bewertung
Anlagen
Geb., . 300 Seiten, über 350 Abb., Truppengliederungen, Tabellen, Kartenskizzen, Format DIN A4